Berlin - Die neue Bundessprecherin der Grünen Jugend, Sarah Lee-Heinrich, hat die Pläne der möglichen Ampel-Koalition scharf kritisiert. Sie hält sich die Option offen, dass die Grüne Jugend dem Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP unter Umständen nicht zustimmen wird. In einem Interview mit der taz wird  Heinrich auf die Klima-Ausgleichszahlung angesprochen, die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) vor der Wahl versprochen hatte. Der Punkt fehlt jetzt im Sondierungspapier.

„Man kann es noch schärfer formulieren: Eine CO₂-Preiserhöhung ohne sozialen Ausgleich tragen wir als Grüne Jugend nicht mit. Klimaschutz darf nicht auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung ausgetragen werden“, so Sarah-Lee Heinrich.

Zudem empört sich die 20-Jährige über die Steuerpläne der Ampel-Partner. Nach bisherigem Stand der Koalitionsverhandlungen wird es weder eine Steuererhöhung für Reiche noch eine Steuersenkung für geringe und mittlere Einkommen geben. „Wenn ich mir das Sondierungspapier anschaue, ist für eine Gruppe ganz klar, dass für sie gesorgt wird: nämlich vermögende und sehr reiche Menschen. Sie brauchen keine Steuererhöhungen zu fürchten. Andere Gruppen, etwa arme Menschen, müssen zittern. Die Ideen, die ihnen nutzen, sind nicht konkret genug.“ Das müsse sich dringend ändern, so Sarah-Lee Heinrich.

Heinrich ist als Kind selbst mit Hartz IV aufgewachsen

Auch kommt, so kritisiert Heinrich, zu wenig Hilfe für Arbeitslose von SPD, Grünen und FDP. Die Bundessprecherin der Grünen Jugend macht im Interview klar, dass sie als Kind selbst in einem Hartz-IV-Haushalt lebte. „Wir erwarten von SPD und FDP, dass sie Menschen nicht mehr wissentlich unter dem Existenzminimum leben lassen. Sie müssen sich hier zu einem Kurswechsel bekennen, wenn sie mit den Grünen regieren wollen.“

Wegen Tweets aus Teenager-Tagen, die zum Teil beleidigend formuliert waren, geriet Sarah-Lee Heinrich vor wenigen Wochen selbst in die Kritik und erhielt Morddrohungen. Sie entschuldigte sich inzwischen für die Entgleisungen.