Berlin - Die neue Bundessprecherin der Grünen Jugend Sarah Lee-Heinrich erhält nach massiven Anfeindungen über Twitter jetzt auch Morddrohungen. Heinrich war am Wochenende wegen früherer Tweets aus ihrer Teenager-Zeit in die Kritik geraten. In den Tweets hatte sie eine zum Teil obszöne und vulgäre Sprache verwendet. Die Grüne Jugend bestätigte dem Tagesspiegel, dass Sarah-Lee Heinrich jetzt massiven Morddrohungen ausgesetzt sei und sich ein paar Tage nicht mehr zur Wort melden werde. „Sicherheit geht vor“, erklärte eine Grünen-Sprecherin.     

2016 soll sie beispielsweise geschrieben haben: „Ich werde mir irgendwann einen Besen nehmen und alle weißen Menschen aus Afrika raus kehren.“ Entsprechende Screenshots werden auf Twitter verbreitet. Nicht bei jedem Screenshot ist klar, ob er echt ist.

Sarah-Lee Heinrich gibt zu, als Teenager einige dieser Tweets, die im Netz kursieren, verfasst zu haben. Die heute 21-Jährige entschuldigte sich bereits mehrfach. Sie schrieb ebenfalls auf Twitter: „Moral von der Geschichte: Schreibt nicht jeden Scheiß ins Netz!“ Ihre Story sei ein „Abschreck-Beispiel“ für andere Jugendliche und Kinder.

Neben massiver Kritik erhält Sarah-Lee Heinrich auch enorme Unterstützung. Ihr Fall ist Thema in der Bundespolitik. So bekam sie ein Lob von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Dafür, dass sie öffentlich Fehler zugibt, aber auch, weil sie die rassistischen Angriffe auf sie klar benennt. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD), die ebenfalls auf Twitter nicht zuletzt wegen ihrer palästinensischen Wurzeln Attacken ausgesetzt ist, solidarisierte sich mit Heinrich und wünschte ihr Kraft.

Die Grünen setzen sich seit längerem dafür ein, dass Wahlalter herabzusetzen. In der Debatte um Heinrich taucht jetzt immer wieder die Frage auf, ob die Grünen an dieser Forderung festhalten sollten.