Berlin - Grünen-Politiker Robert Habeck hat öffentlich gegen seine Kollegin Annalena Baerbock gestichelt. In der Talkshow Maybrit Illner bezeichnete er am Donnerstag die Abschaffung von Kurzstreckenflügen als „low hanging fruits“, also als niedrig hängende Früchte. Kanzlerkandidatin Baerbock hat angekündigt, im Falle eines Wahlsieges Kurzstreckenflüge abschaffen zu wollen. Dazu sagte Habeck jetzt: „Der klimawirksame Gewinn ist nicht so besonders hoch. Das muss man einfach zugeben.“

Eine solche Maßnahme „eher sei ein Beispiel dafür, was man alles kann, was niemanden wirklich weh tut“. Es gehe beim Verbot von Kurzstreckenflügen „eher um ein Symbol“. Und weiter: „Die ökonomische Frage, wie teuer Fliegen wird, ist davon zu trennen.“

Hühner, Schweine, Kühe melken vs. Völkerrecht

Der Seitenhieb des Grünen-Politikers ist möglicherweise eine Revanche für einen gemeinsamen Auftritt von Baerbock und Habeck beim NDR. In der Doku „Baerbock und Habeck - Kurs aufs Kanzleramt?“ waren beide in einem Doppelinterview zu sehen.

In diesem hatte die Kanzlerkandidatin über den Unterschied zwischen ihr und ihrem Co-Chef gesagt, sie seien „in manchen Dingen einfach sehr anders“ (ab Minute 24:49).

Und weiter: „Vom Hause her kommt er.... Hühner, Schweine...öh, ich weiß nicht, was haste? Kühe melken?“ Sie selbst hingegen komme „eher aus dem Völkerrecht“. Da komme man „aus ganz anderen Welten im Zweifel“. Habeck knibbelte bei diesen Worten schweigend an seinen Fingern.

Muss auch Robert Habeck Einkünfte nachträglich angeben? 

Nachdem Habeck das geplante Kurzstreckenverbot am Donnerstag also als „Symbol“ bezeichnet hatte, sprach Moderatorin Maybrit Illner noch die von Baerbock nachgereichten und meldepflichtigen Einkünfte an. „Annalena Baerbock, 25.000 Euro übersehen“, so Illner. „Und Cem Özdemir 20.000. Müssen Sie auch noch was nachmelden?“

Habeck antwortete locker: „Ich bin ja nicht im Bundestag.“ Und weiter: „Ansonsten ärgern sich die beiden Kollegen sicherlich am meisten darüber.“