HamburgIm Prozess um geplante Brandanschläge zum zweiten Jahrestag des G20-Gipfels in Hamburg hat das Landgericht die drei Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt. Ein 32-Jähriger erhielt eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten, ein 28-Jähriger ein Jahr und sieben Monate und eine 29-jährige Frau eine Strafe von einem Jahr und acht Monaten.

Nach Überzeugung der Strafkammer hatten sich die drei Angeklagten zusammen mit einem unbekannten Mittäter zu Brandanschlägen am 8. Juli 2019 verabredet. Sie wollten dem Gericht zufolge in der Nähe des Wohnhauses von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) ein Feuer legen und das Auto einer Immobilienfirma anzünden. Zwei weitere Anschlagsziele sollen demnach Immobilienbüros gewesen sein.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Haft für den 32-Jährigen beantragt, für den 28-jährigen Mitangeklagten und die 29 Jahre alte Frau eine Haftstrafe von jeweils drei Jahren. Die Verteidiger hatten Freisprüche gefordert.

Das Gericht hob die Haftbefehle für die drei Angeklagten auf. Die beiden Männer saßen seit ihrer Festnahme in einem Park am 8. Juli vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl für die Frau war bereits außer Vollzug gesetzt worden. Die rund 20 Zuschauer begrüßten die vorläufige Freilassung mit lautem Jubel. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Vor dem Gerichtsgebäude kam es nach der Urteilsverkündung zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Beamten setzten nach Beobachtung eines Fotografen der Deutschen Presse-Agentur Pfefferspray ein und nahmen zwei Menschen in Gewahrsam.