Gaza/Tel Aviv - In Israel ist ein sechsjähriger Junge durch eine Rakete aus dem Gazastreifen getötet worden. Das Kind sei am Mittwoch in der südisraelischen Stadt Sderot getroffen und tödlich verletzt worden, teilten Rettungskräfte mit. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas erklärte, sie habe Sderot, Aschkelon und Netivot als Vergeltung für die israelischen Angriffe auf das Al-Scharuk-Hochhaus in Gaza und mehrere Hamas-Anführer ins Visier genommen.

Die Sanitäter von der Freiwilligenorganisation United Hazalah behandelten nach eigenen Angaben in Sderot noch vier weitere Verletzte, darunter ein Schwerverletzter.

Hamas: Seit Montag mehr als 1000 Raketen Richtung Israel abgefeuert

Nach israelischen Angaben haben Palästinenserorganisationen wie die Hamas und der Islamische Dschihad seit Montag mehr als tausend Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Viele der Geschosse wurden von der israelischen Raketenabwehr abgefangen, andere schlugen jedoch in Wohngebieten ein. In Israel wurden mit dem Kind insgesamt sieben Menschen durch den Raketenbeschuss getötet.

dpa/Oren Ziv
Schäden in der israelischen Stadt Holon: Mehrere verbrannte Fahrzeuge sind mit Löschschaum bedeckt. Die Fahrzeuge wurden von einer Rakete getroffen, die aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert wurde.

Als Reaktion auf die Attacken flog die israelische Luftwaffe die schwersten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014. Sie bombardierte bei hunderten Einsätzen Einrichtungen der Hamas und anderer militanter Gruppen im Gazastreifen.

Dabei wurde am Dienstag auch ein Hochhaus im Stadtzentrum von Gaza zerstört, in dem sich auch mehrere Büros der Hamas befanden. Am Mittwoch wurde auch das Al-Scharuk-Haus zerstört, in dem sich Büros des Fernsehsenders Al-Aksa befanden. Nach palästinensischen Angaben wurden bei den Luftangriffen insgesamt 56 Menschen getötet, unter ihnen 14 Kinder. Nach Angaben der Hamas sind unter den Toten auch mehrere ihrer Anführer.

dpa/Hatem Moussa
Eine Bombe schlägt in einem Wohngebiet im palästinensischen Autonomiegebiet ein.

Auslöser der jüngsten Gewalteskalation ist die drohende Zwangsräumung von rund 30 Palästinensern aus ihren von jüdischen Israelis beanspruchten Wohnungen in Ost-Jerusalem. Bei den heftigsten Zusammenstößen seit Jahren zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern in Ost-Jerusalem waren in den vergangenen Tagen hunderte Palästinenser und dutzende Polizisten verletzt worden.