London - Die Polizei hat in England und Schottland acht junge Männer festgenommen, die sich mit Hacking-Angriffen Zugriff auf die Handys mehrerer US-Promis verschafft haben sollen. Die Verdächtigen seien am Dienstag festgenommen worden, teilte die nationale Kriminalbehörde am Mittwoch mit. Sie sollen nach Angaben von Europol Krypto-Geld wie Bitcoins im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar erbeutet haben.

Die 18 bis 26 Jahre alten Männer sollen mit sogenannten Sim-Tausch-Angriffen teilweise die Kontrolle über die Smartphones von Sportlern, Musikern und Influencern erlangt und etwa Bankdaten, persönliche Informationen und Social-Media-Accounts missbraucht haben. Welche Prominenten betroffen waren, blieb zunächst unklar.

Zuvor war nach Europol-Angaben bereits je ein Mann in Belgien und auf Malta festgenommen worden. Alle zehn sollen zu derselben Bande gehören. An den über ein Jahr dauernden Ermittlungen waren Ermittler in fünf Ländern beteiligt.

Bei Angriffen dieser Art werden die Sim-Karten der Betroffenen deaktiviert und die zugehörigen Handynummern auf ein anderes Gerät übertragen. Die britische National Crime Agency arbeitete bei ihren Ermittlungen mit US-Behörden wie dem FBI und dem Geheimdienst zusammen. In einigen Fällen sei es gelungen, die Opfer zu kontaktieren, bevor Schaden angerichtet werden konnte, hieß es von den Behörden.

Immer wieder werden die Geräte prominenter Persönlichkeiten gehackt. Nicht zuletzt um sie daraufhin mit den erbeuteten Daten zu erpressen. Vor allem sensible Daten wie beispielsweise Nacktbilder oder Sextapes werden dabei ins Auge gefasst.