Handyfalle in Zügen - Odeg plant mobiles Einsatzteam

Manche Sitze in neuen Regionalzügen der Odeg verschlucken schon mal schmale Gegenstände, die vom Sitz rutschen. Bis man sie wiederbekommt, können Wochen verg...

ARCHIV - Eine junge Frau hält ein Smartphone in der Hand.
ARCHIV - Eine junge Frau hält ein Smartphone in der Hand.Fabian Sommer/dpa/Illustration

Berlin-Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft Odeg will vorübergehend mit einem mobilen Einsatzteam auf die Handyfalle in neuen Zügen reagieren. So sollen Fahrgäste nicht mehr wochenlang auf die Herausgabe von Gegenständen warten müssen, die durch einen schmalen Schlitz an manchen Sitzen gerutscht sind.

Geschäftsführer Stefan Neubert nannte ein mobiles Einsatzteam am Donnerstag als eine mögliche „Notlösung“. Voraussetzung sei, dass sich die Box an den Klappsitzen, die zur Handyfalle werden kann, leicht öffnen lasse. Ein bis zwei Mitarbeiter könnten dafür zur Verfügung stehen, um verschwundene Gegenstände schneller an Fahrgäste zurückzugeben, sagte Neubert der Deutschen Presse-Agentur. Das könne zwar nicht im laufenden Betrieb geschehen. Fahrgäste müssten dann aber nicht mehr einige Woche sondern nur wenige Tage zum Beispiel auf ihr verschwundenes Handy warten.

Manche Sitze in neuen Regionalzügen des Typs Desiro HC können zur Handyfalle für Fahrgäste werden. Betroffen ist die Linie des RE1 von Magdeburg über Berlin nach Frankfurt (Oder). Insgesamt handle es sich um 29 Züge. Es gehe dabei ausschließlich um jene Sitze, die an beiden Seiten an eine behindertengerechte Universaltoilette angrenzen. Flache Gegenstände, die auf der Sitzfläche liegen, können beim Hochklappen in eine Box rutschen. Mit den Händen ist ein Herankommen nicht möglich. Zudem wird diese Box nicht routinemäßig geöffnet und geleert. „Dass es für Betroffene mega-ärgerlich ist, ist uns bewusst“, sagte Geschäftsführer Neubert. Bei den Fällen, die der Odeg bislang gemeldet worden seien, habe es sich um eine Handvoll Handys gehandelt.

Ende dieser Woche, spätestens am Montag, wolle der Hersteller Siemens ein Konzept für eine Lösung vorlegen, sagte Neubert. „Wir brauchen eine permanente Lösung. Das ist aber nicht in ein paar Tagen abgeschlossen“, sagte Neubert. Ein Aufkleber mit einem Hinweis „Vorsicht Handyfalle“ sei nicht das Wahre. Auch die Aufschrift „Digital Detox Sitze“ (zu Deutsch: digitale Entgiftung) - sei verworfen worden, meinte Neubert scherzhaft. Bis wann eine dauerhafte bauliche Veränderung umgesetzt sein kann, blieb unklar.