Rom/Genf - Prinz Harry und seine Frau Meghan sorgen sich um den Impfstoffmangel in ärmeren Ländern und haben den Staats- und Regierungschefs der G20 ins Gewissen geredet. Zusammen mit dem Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, schrieben sie einen offenen Brief an die G20, den auch die Tochter des früheren US-Präsidenten, Chelsea Clinton, unterzeichnete. Die WHO veröffentlichte den Brief am Freitagabend vor dem Auftakt des G20-Gipfels in Rom.

Die reichen Länder hätten Impfdosenspenden versprochen, aber immer noch hätten manche Länder nicht genug Impfstoff, um ihr Gesundheitspersonal zu impfen, schreiben sie darin. „Die Welt fragt sich: Wo sind die Dosen?“ Nur drei Prozent der fast sieben Milliarden verabreichten Impfdosen, seien in armen Ländern verabreicht worden. Gleichzeitig hätten einige der G20-Länder Millionen von überflüssigen Impfdosen, deren Haltbarkeitsdatum demnächst ablaufe.

Sie riefen die Politikerinnen und Politiker dazu auf, dafür zu sorgen, die 550 Millionen Impfdosen zur Verfügung zu stellen, die fehlen, damit auch in allen anderen Ländern der Welt bis Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. „Zusammenarbeit von historischem Ausmaß ist die einzige Lösung“, schrieben sie. „Davon hängen im wahrsten Sinne des Wortes Menschenleben ab.“