Neue Hausärzte gibt es künftig nur noch im Berliner Osten.
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BerlinUm den Bürgern eine bessere Verteilung der Arztpraxen zu bieten, hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin ein Konzept zur Novellierung des Bedarfsplans in der Hauptstadt erstellt. Demnach sollen Hausärzte ihre Praxen bis auf Weiteres nur noch in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick eröffnen dürfen. In diesen drei Bezirken liegt im Vergleich zu allen anderen Bezirken eine schlechtere hausärztliche Versorgung vor. Mediziner sollen sich nach den Plänen zunächst im Berliner Osten niederlassen.

Laut der KV wird Berlin hinsichtlich des Planungsbereichs für Ärzte neu aufgeteilt: Planungsbereich I (9 Bezirke), Planungsbereich II (Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg) und Planungsbereich III (Treptow-Köpenick). Wenn die drei Bezirke die Versorgungsvorgaben der übrigen Bezirke erzielt haben, sollen sie wieder im einheitlichen Planungsbereich zusammengeschlossen werden.

Erhebliche Ungleichheiten auch bei Fachärzten

Umstellen muss man sich künftig auch bei den Fachärzten. Hier gibt es auf Bezirksebene deutliche Unterschiede in der Versorgung. Speziell einige der grundversorgenden Fachgruppen stehen vor einer Entsperrung. In diesem Bereich sollen neu zu vergebende Sitze vom Zulassungsausschuss lediglich in Bezirke vergeben werden, die mit ihrer Versorgungsdichte unter 90 Prozent liegen. Eine Aufgliederung in mehrere Planungsbereiche wie bei den Hausärzten stehe hier aber momentan nicht zur Debatte, heißt es in dem Konzept.

„Um dem voranschreitenden Ärztemangel vor allem in der hausärztlichen, aber zum Teil auch in der fachärztlichen Versorgung entgegenzuwirken, haben wir die Notwendigkeit gesehen, ein neues Instrument zu schaffen“, teilte der Vorstand der KV Berlin mit. „Die Realität hat auch Berlin eingeholt. Nicht nur strukturschwache, überwiegend ländlich geprägte Regionen sind auf der Suche nach Ärztinnen und Ärzten für die ambulante Versorgung, sondern mittlerweile auch wir.“ Der neue Bedarfsplan könnte ab ca. Anfang November umgesetzt werden, wenn das Konzept bis dahin von der Senatsverwaltung für Gesundheit nicht beanstandet wird.