Leipzig - Ein Hausarzt im Leipziger Stadtteil Connewitz will seine Patienten nicht mehr gegen Corona impfen. Die Uni Leipzig kündigt ihm daraufhin die Kooperation. Seine Praxis darf nun nicht mehr akademische Lehrpraxis sein, also keine Studenten mehr ausbilden, wie der MDR berichtet.

Der Mediziner begründet seine Entscheidung auf seiner Homepage so: „In letzter Zeit kamen vorwiegend Patienten zu mir, die als Grund für die Impfung den Druck der Gesellschaft, Druck durch Arbeitgeber und allgemeine Einschränkungen im öffentlichen Leben angaben.“

Ein medizinisch nicht zwingend notwendiger Eingriff bedinge jedoch eine freie Entscheidung, argumentiert der Arzt. Eine Impfung unter diesen Voraussetzungen entspreche einer Körperverletzung. Bei einer Impfung handele es sich nicht um einen Notfall.

Ein Gespräch brachte keine Klärung zwischen Arzt und Uni

Die Kassenärztliche Vereinigung und die sächsische Landesärztekammer schreiben laut MDR-Bericht in einer gemeinsamen Erklärung, dass impfende Ärzte keine Körperverletzung begehen. Alle öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen würden stets nur nach ärztlicher Aufklärung und individueller Einwilligung vorgenommen.

Ein Gespräch zwischen Mediziner und der Universität Leipzig brachte keinen Erfolg. Die Kooperation wurde am Freitag beendet. Die wissenschaftlichen und ethischen Grundwerte und das Verständnis des Bildungsauftrages stünden im Widerspruch zur Auffassung des Lehrarztes, erklärte die Universität.