Der Schütze beim Amoklauf an der Universität Heidelberg mit einer Toten und mehreren Verletzten hat sich womöglich mit seiner Tat für eine vermeintlich erlittene Kränkung rächen wollen. Mit völliger Sicherheit lasse sich das Motiv aber nicht klären, teilten Staatsanwaltschaft Heidelberg und Polizei zum Abschluss des Todesermittlungsverfahrens wegen der Amoktat am 24. Januar mit. Bis zuletzt hätten sich keine belastbaren Anhaltspunkte für ein politisches, namentlich rechtsradikales Tatmotiv des 18-Jährigen ergeben, der sich nach den tödlichen Schüssen auf eine 23-jährige Studentin selbst erschossen hatte. Es wurden auch acht weitere Studierende verletzt – mehr als bislang bekannt.

Zugleich gaben die Ermittler am Donnerstag bekannt, dass sie einen strafrechtlichen Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung sehen gegen den Inhaber des Wiener Waffengeschäftes und seinen Mitarbeiter, der den Täter bedient hatte. Deshalb seien förmliche Ermittlungsverfahren gegen diese beiden in Österreich wohnhaften Menschen eingeleitet worden. Von ihnen stammten die zwei Langwaffen, die der Student ohne Mittäter oder Mitwisser zu seiner Tat mitgebracht hatte.