Berlin - Die Schauspielerin Heike Makatsch hadert mit den sozialen Netzwerken und erhofft eine Art Rebellion dagegen. „Meine Hoffnung ist, dass eine Generation heranwächst, die zwar einerseits sehr verführbar ist, aber vielleicht auch eine Gegenbewegung hervorbringt. Es könnte ja auch mal wieder eine Zeit kommen, in der es cool wird, sich auszuloggen“, sagte die 50-Jährige der Augsburger Allgemeinen. „Also meine Tochter hat kürzlich ihr Handy verloren. Das war für sie anfangs wie ein Entzug. Doch dann mochte sie ihr Übergangsgerät plötzlich und sagte, vielleicht bleibt sie beim Tastentelefon. Möglicherweise ist sie ein Trendsetter.“

Jeder befindet sich in seiner eigenen „algorithmischen Blase“

Sie selbst habe „bei Instagram und Facebook jeweils einen Account“, sagte Makatsch. „Und WhatsApp-Nachrichten verschicke ich auch ab und zu.“ Sie sorge sich aber um die gesellschaftlichen Risse: „Ich schaue mir an, wie sich unsere Gesellschaft in Lager spaltet, unter anderem weil sich alle nur noch in ihrer eigenen algorithmischen Blase befinden, und glaube, dass wir von ihr stark geprägt werden.“ Wie man dieses Rad noch zurückdrehen könnte, wisse sie auch nicht. „Denn würde man sich ausklinken wollen, stünde man heute ziemlich allein da. Das sind ja auch Kontaktwege.“ Wer als junger Mensch kein Instagram, TikTok oder WhatsApp habe, der falle durch alle Verteiler.

Am Mittwoch (3. November, 20.15 Uhr) ist Makatsch im Ersten in dem ARD-Film „Zero“ zu sehen, der auf einem Bestseller des Schriftstellers Marc Elsberg basiert. Darin geht es darum, welche Informationen wir Internetplattformen und den dahinterstehenden Firmen preisgeben.