Heizen mit Strom: So geht es am günstigsten

Nicht nur Gaspreise, auch Stromkosten gehen derzeit durch die Decke. Stiftung Warentest zeigt, welche Heizalternative am wenigsten auf den Geldbeutel schlägt.

Die Angst vor einem kalten Winter lässt viele derzeit Heizlüftern, Radiatoren oder Heizdecken kaufen.
Die Angst vor einem kalten Winter lässt viele derzeit Heizlüftern, Radiatoren oder Heizdecken kaufen.dpa/Christin Klose

Der Gedanke liegt auf der Hand: Kleine Elektroheizungen, schon Heizdecken könnten helfen, wenn die Energiepreise noch weiter steigen. Oder wenn die Versorgung mit Gas ausfällt. Doch mit Strom zu heizen, ist sehr teuer.

Das hat die Stiftung Warentest für verschiedene Arten von strombetriebenen Heizungen ausgerechnet. Wenig überraschend ist die Heizdecke am günstigsten, am teuersten sind Heizlüfter, Radiator und Konvektor. Doch ganz so einfach ist diese Bewertung nicht, denn es gibt noch praktische Einschränkungen.

Aber vorn vorne: In die Berechnung fließen viele Faktoren ein. Hier ging es um die Kosten für eine Heizperiode von sechs Monaten. Die Heizung mit einer Heizleistung von 2000 Watt wird dabei täglich jeweils vier Stunden lang angestellt.

Das Wohnzimmer ist 30 Quadratmeter groß und 2,50 Meter hoch, hat eine Grundtemperatur von 16 Grad in einem durchschnittlich gedämmten Gebäude. Das Ziel sind 20 Grad Wohntemperatur. Der Strompreis wurde mit 34 Cent pro Kilowattstunde angesetzt.

Die Heizdecke:

Der vermeintliche Platz 1 bei den Betriebskosten geht an die Heizdecke (ab 50 Euro Kaufpreis). Für eine Stunde kostet sie nur drei Cent, über die Heizperiode von sechs Monaten gesehen 25 Euro.

Es ist aber kein echter erster Platz. Denn eine Heizdecke wärmt nur eine Person und nicht den Raum auf. Je mehr Bewohner es gibt, desto mehr Heizdecken braucht man - und damit steigen die Betriebs- und die Anschaffungskosten.

Heizlüfter und Co.

Am teuersten ist laut der Berechnung der Betrieb von Heizlüfter (ab 50 Euro im Handel) sowie Radiator und Konvektor (ab 80 Euro): Sie benötigen in einer Stunde Strom für 70 Cent. Das macht 490 Euro pro Heizsaison für nur vier Stunden Wärme täglich.

Man muss wissen: Heizlüfter sind gar nicht für diesen Dauerbetrieb geeignet. Sie können dann überhitzen. In der Regel laufen Heizlüfter nur über ein paar Minuten, um einen Raum schnell mal anzuwärmen.

Infrarotheizung

Die Stromkosten von Infrarotheizungen (ab 100 Euro) liegen bei 34 Cent je Stunde. Aber die Warentester verzichteten auf eine Angabe der Kosten für eine ganze Heizsaison. Denn auch mit dieser Heizungsart ist die Erwärmung des Raumes nur begrenzt möglich. Ein Infrarot-Heizkörper erbringt laut den Warentestern nur rund ein Drittel bis zur Hälfte der Heizleistung eines Radiators.

Am besten ist die Wirkung - genau wie bei der Heizdecke - wenn eine Person direkt angestrahlt wird. Daher können zwei Bewohner auch zwei Geräte benötigen. So spare man gegebenenfalls bei den Betriebskosten nicht gegenüber dem Radiator, hat aber höhere Anschaffungskosten, heißt es in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe November 2022).

Klimaanlage:

Der sogenannte Effizienzsieger unter diesen Stromheizungen ist für die Stiftung Warentest die Klimaanlage - wenn man sie schon zu Hause hat. Denn sie ist mit 1000 bis 2000 Euro Kosten plus ab 1300 Euro für die Installation teuer in der Anschaffung. Dann jedoch benötigt die Anlage zum Heizen bei einer Außentemperatur von null Grad Strom im Wert von rund 20 Cent pro Stunde. Aber je kälter es draußen ist, umso weniger effizient arbeitet die Klimaanlage.