BerlinMit einer 85 Meter langen Fotowand an der Köpenicker Straße in Kreuzberg wird seit Freitag in Berlin an den 100. Geburtstag des Fotografen Helmut Newton (1920–2004) erinnert. Zudem werden 250 Leuchtkästen in der ganzen Stadt mit Aufnahmen des am 31. Oktober 1920 in Berlin als Helmut Neustädter geborenen Newton gezeigt.

Auf die häufig provozierenden Nacktaufnahmen haben die Organisatoren dabei verzichtet, um Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum zu vermeiden. Die bis zum 8. November plakatierte Fotowand zeigt neben einigen Zitaten Newtons vor allem eine Auswahl seiner teils ikonischen Modeaufnahmen, Porträts und Landschaftsaufnahmen.

Der aus einer jüdischen Familie stammende Newton musste 1938 vor den Nazis aus Berlin fliehen. In Melbourne nahm er die australische Staatsbürgerschaft an, später lebte er in Paris, Monaco und Los Angeles.

In den 50er-Jahren begann seine Zusammenarbeit mit der „Vogue“. Auch andere Modezeitschriften griffen über Jahrzehnte auf seine stilprägenden Aufnahmen zurück. Eine der bekanntesten und umstrittensten Serien sind die „Big Nudes“, Aufnahmen überlebensgroßer Frauen in martialischer Nacktheit.

Berlin blieb Newton verbunden, 2003 vermachte er der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin sein Werk, seine Newton-Stiftung bespielt damit das Fotomuseum in Berlin.