Eitorf - Ein nochmaliges Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper zu Silvester wegen der Corona-Pandemie würde der Hersteller Weco nach eigener Einschätzung nicht überstehen. Es würde „nicht nur den Todesstoß für das Eitorfer Unternehmen, sondern für die allermeisten der Branche angehörigen Firmen bedeuten“, teilte der Sprecher der Geschäftsführung, Thomas Schreiber, am Mittwoch mit.

Das Verkaufsverbot 2020 hatte das Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen in eine wirtschaftliche Krise gestürzt. Rund ein Jahr lang habe es für die gesamte Belegschaft Kurzarbeit gegeben. Der Fertigungsstandort Freiberg (Sachsen) soll geschlossen werden. Ein weiteres Werk gibt es in Kiel.

Das Geschäftsmodell von Weco mit seinen rund 400 Beschäftigten ist nach Schreibers Angaben vollständig auf Silvester ausgerichtet. 95 Prozent des Umsatzes würden an den letzten drei Tagen im Jahr erwirtschaftet. Auch wenn es einzelne Forderungen nach einem erneuten Verbot von privatem Feuerwerk gebe, blicke das Unternehmen zuversichtlich auf das kommende Feuerwerksgeschäft.

2020: Verkaufsverbot, um Gesundheitswesen zu entlasten

Der Hauptgrund des Verkaufsverbots 2020 sei die Entlastung des Gesundheitswesens gewesen. Dabei seien Silvester nur fünf Prozent der Krankenhausbesuche auf Feuerwerk zurückzuführen, argumentierte der Unternehmenschef unter Bezugnahme auf Zahlen eines großen Klinikbetreibers. Die wirklich schweren Verletzungen entstünden durch illegale Pyrotechnik.

Nach Schreibers Auffassung ist privates Feuerwerk geeignet, um den Jahreswechsel „pandemiekonform im kleinen Kreis zu feiern und dabei die aktuelle Zeit voller Entbehrungen sowie schlechter Nachrichten für einen kurzen Augenblick zu vergessen“. Auch in diesem Jahr seien Batterie- und Verbundfeuerwerke wieder im Trend.