Auch positive Lebensereignisse können akute Herzprobleme verursachen. Dies geht aus einer aktuellen Studie deutscher und spanischer Wissenschaftler, über die unter anderem der Standard berichtet, hervor. Demnach kann mitunter eine akute Funktionsstörung des Herzens nicht nur durch negative Erlebnisse, sondern auch durch positive ausgelöst werden.

Dass die sogenannte Takotsubo-Kardiomyopathie durch emotionalen Stress verursacht wird, ist bereits bekannt. Sie wird mit dem „Broken-Heart-Syndrom“ in Verbindung gebracht. So wurde immer wieder spekuliert, dass Romy Schneider kurz nachdem ihr Sohn tödlich verunglückt war, daran gestorben ist. Wissenschaftlich belegt ist dies nicht, da das „Broken-Heart-Syndrom“ allein nicht zum Tod führen kann, heißt es.

Luftnot, Stechen in der Brust: Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts

Das seltenere „Happy-Heart-Syndrom“ tritt den Forschern zufolge vor allem bei Männern auf. Während das „Broken-Heart-Syndrom“ gerade einmal bei fünf Prozent der Männer ausgemacht wurde, sind es beim „Happy-Heart-Syndrom“ 18,9 Prozent, so die Studie. Die Symptome gleichen sich jedoch offenbar. Luftnot, ein Stechen oder Engegefühl in der Brust sind Anzeichen für das „Happy-Heart-Syndrom“.

Aber: „In beiden Fällen handelt es sich um emotionalen Stress. Die Geburt eines Enkelkinds oder die eigene Hochzeit sind ja nicht immer nur voller Freude, sondern oft auch mit Sorgen und Stress verbunden.“, sagt der Kardiologe Andreas Kammerlander von der Med-Uni Wien.

Der Kardiologe gibt Entwarnung: Die Symptome seien denen eines Herzinfarktes zwar „sehr ähnlich“, in den meisten Fällen, heile die Erkrankung jedoch von selbst wieder aus. Je nachdem, ob beispielsweise eine Herzschwäche besteht, können Medikamente zum Einsatz kommen. Die „Happy-Heart-Syndrom“-Patienten seien spätestens nach einigen Monaten in der Regel wieder geheilt, es bestehe allerdings weiterhin ein „kleines Restrisiko, dass die Erkrankung nach einiger Zeit wieder auftreten könnte.“