Die Landtagsabgeordnete Janine Wissler will sich um den Bundesvorsitz bewerben.
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Wiesbaden - Die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler und Thüringens Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow wollen Bundesvorsitzende ihrer Partei werden. „Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich auf dem kommenden Parteitag als Parteivorsitzende kandidieren soll, und bin für mich zum Schluss gekommen, dass ich das tun möchte“, schrieb Wissler am Freitag bei Twitter. Die eloquente Politologin ist bereits Vize-Bundesvorsitzende der Linken.

Wenige Stunden später gab Hennig-Wellsow dann in Erfurt ihre Kandidatur bekannt und machte dabei klar, dass sie zusammen mit der hessischen Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler eine weibliche Doppelspitze bilden wolle. Die für ihre burschikose Art bekannte Thüringer Landes- und Fraktionschefin sagte: „Ich hab da echt Bock drauf.“ Sie wolle das Potenzial, das die Linke habe, heben und „aus der etwas verschlafenen Partei“ eine Partei machen, „die den Aufbruch will“.

Susanne Henning-Wellsow.
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Die bisherige Doppelspitze der Partei, Katja Kipping und Bernd Riexinger, hatte vor einer Woche angekündigt, nach acht Jahren an der Spitze beim Parteitag in Erfurt Ende Oktober nicht wieder für den Parteivorsitz anzutreten.

Der Rückzug des derzeitigen Spitzenduos kam nicht überraschend. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre ausgeübt werden. Kipping (42) und Riexinger (64) hatten die Parteiführung 2012 übernommen.