Rom - Das private Hilfsschiff „Sea-Watch 3“ darf 363 aus Seenot gerettete Bootsmigranten in Sizilien an Land bringen. Das teilte die Organisation Sea-Watch mit Sitz in Berlin am Mittwoch im Internet mit. Italien habe dem Schiff den Hafen von Augusta in der Nähe von Syrakus auf der Mittelmeerinsel zugewiesen. Dort wurde das Schiff am Abend erwartet. 

Wie die Anlandung genau ablaufen sollte, wusste eine Sprecherin der Organisation zunächst nicht. Das Schiff hatte die Menschen bei mehreren Einsätzen aus kleinen Booten auf See aufgenommen. Diese starten in großer Zahl aus dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland Libyen in Richtung Europa.

Rettungseinsätze von Sea-Watch sind politisch umstritten

Die Überfahrt aus Libyen, das eine Drehscheibe für Migranten aus vielen Staaten ist, gilt als gefährlich. Die Rettungseinsätze der zivilen Organisationen sind politisch umstritten. Die Helfer bringen die Menschen nach dem Okay der Behörden häufig nach Italien, wo eine Corona-Quarantäne folgt.