Eisenstadt - Mit einem Internet-Foto von Eiernockerln hat sich ein 43-jähriger Polizist aus Österreich großen Ärger eingehandelt. Weil das Pfannengericht als Adolf Hitlers angebliche Lieblingsspeise bekannt ist, wurde der Mann für seinen Facebook-Eintrag nach dem NS-Verbotsgesetz verurteilt. Das Landgericht Eisenstadt im Burgenland sprach am Montag eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten und eine Geldstrafe von 6300 Euro aus. Diese wurden allerdings nicht allein für die Veröffentlichung des Bildes verhängt. Laut Anklage hatte der Mann das Foto im Vorjahr an Hitlers Geburtstag am 20. April gepostet – versehen mit der Bildunterschrift „Mittagessen heute! Eiernockerl mit grünem Salat!“

Vor dem Geschworenengericht gab der Beschuldigte an, dass er nur zufällig sein Essen online gestellt habe. Einen Nazi-Hintergrund stritt er ab. In der rechtsextremen Szene werden Anspielungen auf Eiernockerln allerdings häufiger verwendet. Nach dem Vorfall war der Polizist vorübergehend suspendiert worden. Er trat außerdem aus der rechten Partei FPÖ aus.

NS-Verbotsgesetz stellt nicht nur Propaganda und Gewalt unter Strafe

Österreichs NS-Verbotsgesetz ist breit gefasst. Es stellt nicht nur Aufbau und Unterstützung von Neonazi-Gruppen sowie einschlägige Propaganda und Gewaltverbrechen unter Strafe, sondern enthält auch einen Sammelparagrafen, der nicht näher definierte nationalsozialistische Aktivitäten verbietet. Im aktuellen Fall des österreichischen Polizisten ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.