Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält angesichts einer im Zuge des Klimawandels steigenden Zahl von Hitzetoten einen besseren Gesundheitsschutz bei Hitzewellen für nötig. Das Ministerium solle mit einem Klimabudget ausgestattet werden, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine Summe oder Details zur Verwendung wurden nicht genannt. Zunächst einmal wolle er für das Thema das Bewusstsein stärken, sagte der Minister.

Es gebe in Deutschland seit einigen Jahren eine mit der Sommerhitze zusammenhängende Übersterblichkeit, betonte Spahn. „Alleine im vergangenen August waren es nach Schätzungen über 4000 Menschen, die wohl wegen der Hitze gestorben sind.“ Vor allem die ältere Bevölkerung müsse besser geschützt werden, etwa über Umbauten von Krankenhäusern und Pflegeheimen. Dabei sieht Spahn die Bundesländer in der Pflicht – sie müssten ihrer Investitionsverantwortung gerecht werden. „Zur gesundheitlichen Vorbeugung muss in Zeiten der Klimaveränderung und extrem heißer Tage auch der Schutz vor Hitze gehören.“

Erste Hitzewelle des Jahres: Bis zu 36 Grad in Deutschland

Mit Tageshöchsttemperaturen von jeweils 36,2 Grad waren Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt und Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg an diesem Freitag die bundesweit heißesten Orte. Nach Sachsen-Anhalt ging auch Platz drei: In Seehausen in der Altmark wurden in der Spitze 35,8 Grad gemessen, wie es am Abend beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach hieß. Insgesamt sei es im Nordosten Deutschlands am wärmsten gewesen, in der Region seien gleich an mehreren Stationen Werte nahe 36 Grad gemessen worden.

In Brandenburg herrschte laut Umweltministerium am Freitag in allen Landkreisen eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Örtliche Gewitter teils mit Unwettergefahr und Starkregen könnten am Samstag etwas Abhilfe schaffen. Die Trockenheit und Waldbrandgefahr bleibt allerdings nach Angaben des DWD weiter erhalten.