Etwas nicht zu tun, kann 1600 Euro bringen.
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HamburgDie Hamburger Hochschule für bildende Künste (HFBK) hat ein Stipendium für das Nichtstun ausgeschrieben. Jeweils 1600 Euro erwarten die drei Bewerber, die mit ihren Plänen die Jury überzeugen können, wie Projektinitiator Friedrich von Borries der Deutschen Presse-Agentur erklärte. Bewerber müssen unter anderem angeben, was genau sie nicht tun möchten und wie lange sie beabsichtigen, das nicht zu tun.

„Das kann ein Manager sein, der beschließt, ein Meeting lang nichts zu sagen, aber auch jemand, der einen Monat lang nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahren will“, sagt Borries. Die drei Gewinner werden schließlich im Rahmen einer Ausstellung namens „Schule der Folgenlosigkeit“ vorgestellt. Die Bewerbungsfrist geht noch bis zum 15. September.

Borries hinterfragt mit dem Projekt das Gedankenmodell der Nachhaltigkeit. Vor dem Hintergrund der Erfolglosigkeit der Nachhaltigkeitsdebatten der letzten 40 Jahre stellt er die Frage, ob die Suche nach „Folgenlosigkeit“ ein sinnvolleres Handlungsparadigma sein könnte. Dazu sammelt er reale und fiktive Geschichten von Menschen, die versuchen, ein möglichst folgenloses Leben zu führen. Anhand dieser Geschichten will er mögliche Handlungsmodelle vorstellen.