Eberswalde - Zum Schutz von gefährdeten Wildvögeln will die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde Antikollisionssysteme für Windräder testen. Dafür sollen in der Uckermark mit Hilfe einer virtuell simulierten Windenergieanlage Kamera- und Radarsysteme erprobt werden, wie Projektleiter Professor Siegfried Rieger am Mittwoch berichtete. Diese Systeme sollen für die Abschaltung eines Windrads sorgen, wenn sich ein geschützter Vogel wie etwa Rotmilan oder Seeadler nähert.

Dazu werde eine 360-Grad-Kamera auf einem Mast sowie eine Radaranlage aufgebaut, erläuterte Rieger. „Wir wollen testen, ob die Kamera die Annäherung einer gefährdeten Vogelart erkennt und das Windrad rechtzeitig vor einer Kollision abgeschaltet werden kann.“ Wegen des strengen Schutzes für Greif- und Großvogelarten dürften derzeit ansonsten geeignete Gebiete in Brandenburg für die Windkraft nicht oder nur teilweise erschlossen werden. Daher könnten wirksame Antikollisionssysteme dafür sorgen, dass diese Gebiete möglicherweise für Windenergie genutzt werden können.

Entsprechend argumentierte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Daniel Keller. „Es muss künftig auch möglich sein, Windkraftanlagen am Rande oder innerhalb von Landschaftsschutzgebieten zu errichten und tierökologische Abstandskriterien abzubauen“, sagte Keller am Donnerstag. Für mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien müssten die Planung beschleunigt und Hürden abgebaut werden. „Wir brauchen Akzeptanz bei den Menschen und eine Planungskultur des Ermöglichens, vor allem beim Landesamt für Umwelt“, betonte er.