Der Stundenlohn von Pflegekräften könnte sich bald erhöhen.
Foto: imago/Westend61

BerlinAltenpflegerinnen und Altenpfleger könnten künftig mehr verdienen. Die Gewerkschaft Verdi und einer der Arbeitgeberverbände, BVAP, handelten einen entsprechenden Tarifvertrag aus. Darin ist festgehalten, dass Pflegekräfte einen Stundenlohn von 18,50 Euro erhalten sollen. Der Plan von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht vor, diese Regelungen nach Möglichkeit auf die gesamte Branche in Deutschland auszuweiten. 

Der neue Tarifvertrag von Verdi und BVAP soll zum 1. Juli 2021 wirksam werden. Examinierte Altenpflegekräfte würden demnach ab Januar 2023 mindestens 18,50 Euro pro Stunde verdienen. Bei 39 Arbeitsstunden in der Woche ergibt sich so ein Gehalt von 3137 Euro brutto im Monat. Eine Pflegekraft ohne Ausbildung soll mindestens 14,15 Euro – mit ein- bis zweijähriger Ausbildung 15 Euro pro Stunde – erhalten. Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte: „Das ist ein ordentliches Mindestniveau, das bessere Tarifverträge selbstverständlich unberührt lässt.“ BVAP-Vorstandsmitglied Gero Kettler ergänzt: „Als Arbeitgeber sind wir dabei bis an die Schmerzgrenze gegangen.“

Private Träger stellen sich gegen Pläne

Bundesarbeitsminister Heil sagte: „Nun liegt es in der Hand der anderen Träger in der Pflegebranche, den Weg frei zu machen für den Abschluss des Tarifvertrages und damit mittelbar auch für einen Antrag auf Erstreckung der Tarifverträge für alle Beschäftigten.“ Am Zug sind nämlich noch die Kirchen, geplant ist, dass sie mitziehen. Wenn ein entsprechender Antrag vorliege und erfolgreich geprüft sei, würden die Regelungen für die gesamte Branche verbindlich erklärt, so Heil.

Die Privaten Träger sprechen sich aktuell allerdings gegen das Vorhaben aus. Der Präsident des Arbeitgeberverbands bpa, Rainer Brüderle, sagte: „Miniminderheiten können nicht über die Tarifautonomie von Mehrheiten bestimmen.“ Für den bpa sei der BVAP ein zu kleiner Verband als dass er weitreichende Verträge abschließen könnte. Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege, äußerte sich ebenfalls kritisch: „Der Staat will Löhne festlegen, die eigentlich Sache der Tarifparteien sind.“