Ungewöhnlich junger Besuch im EU-Ausschuss des Deutschen Bundestages: Passend zum Thema „Next Generation EU“ saß am Montag ein Kind in vorderster Reihe der Sitzung. Der erst 15 Monate alte Sohn des Grünen-Politikers Anton Hofreiter (52) saß auf dem Schoß seines Vaters. Der Auftritt des Sprösslings vor laufenden Kameras sorgte in den sozialen Netzwerken für Diskussionsstoff. Einige feierten Hofreiter für die Aktion, andere verurteilten ihn dafür.

Denn während Papa „Toni“ als Vorsitzender des EU-Auschusses die Besprechung leitete, spielte sein blonder Sohn mit einem Spielzeugauto auf dem Tisch. Hinter dem Konferenztisch stand der Kinderwagen des Kleinen. Politik einmal ganz kindgerecht.

Ein Mitarbeiter des Online-Dienstes des Deutschen Bundestages hatte auf Twitter ein Foto des Vater-Sohn-Auftritts veröffentlicht. Viele User begrüßten Hofreiters Vorgehen als „fortschrittlich“. Andere hingegen kritisierten den Grünen-Abgeordneten, dass er mit der Aktion nur Werbung in eigener Sache machen wolle. Einige äußerten ihr Unverständnis darüber, dass sich Hofreiter problemlos eine Ganztagsbetreuung leisten könne. Sie kritisierten, dass er sein Kind nicht für PR-Zwecke missbrauchen solle.

Dabei hatten Politikern in anderen Ländern ihre Kinder schon längst zuvor mit zur Arbeit gebracht. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern (41) beispielsweise hatte im September 2018 in New York ihre damals dreijährige Neve zur UN-Vollversammlung mitgebracht.

Hofreiter selbst hatte sein Kind schon früher mit zur Arbeit genommen und im Kinderwagen durch die Flure des Bundestags geschoben. Der Live-Auftritt im Sitzungssaal am Montag war jedoch Premiere für den Kleinen.