Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet noch mindestens zwei bis drei Jahre lang mit hohen Energiepreisen. „Es ist eine Zickzackbewegung und wir sind erst am Anfang, keiner weiß, was noch passieren wird“, sagte Birol dem Portal Zeit online. Die aktuelle Lage an den Energiemärkten sei einmalig: „Wir erleben die erste echte globale Energiekrise.“

Im Unterschied zu den zwei Ölkrisen in den 1970er-Jahren sei nicht nur Öl betroffen, sondern auch Kohle und Gas, erläuterte Birol. Zudem sei Russland nicht irgendein Land, sondern weltweit der wichtigste Öl- und Gasexporteur.

Birol schätzt, dass die russische Ölproduktion in spätestens zwei Jahren zurückgehen wird, weil Russland der Zugang zu Kapital und Technologie fehlen wird. Wegen der Sanktionen hätten sich nicht nur westliche Öl- und Gaskonzerne aus Russland zurückgezogen, sondern auch große Dienstleister. Birol warnte vor den sozialen Folgen steigender Energiepreise. „Regierungen müssen jetzt wirklich gezielt Menschen mit geringem Einkommen unterstützen.“