Berlin - An einer Schule in Berlin-Lichtenberg hat ein fremder Mann offenbar versucht, Kinder wegzulocken. Betroffen seien mindestens zwei Schüler der Schule im Ostseekarree in Hohenschönhausen. Die Polizei bestätigte die Vorfälle auf Anfrage der Berliner Zeitung. Eine Sprecherin sagte: „Ja, es gab am Montag zwei Fälle, bei denen Schüler von einem Unbekannten angesprochen wurden.“ Schulpersonal, Eltern und Schüler sind informiert, Streifenpolizisten des zuständigen Abschnitts sind in Alarmbereitschaft. 

Wie die Berliner Zeitung aus dem direkten Umfeld der betroffenen Eltern erfuhr, soll sich der Mann auf dem Schulhof an der Barther Straße an zwei Kinder herangeschlichen haben. Er soll versucht haben, sie unter einem falschen Vorwand dazu zu bringen, ihm zu folgen. Bei einem Fall habe er einen Jungen angesprochen, der sich während des Hortes auf dem Schulhof aufhielt, berichtete ein Vater Elternvertretern, nachdem sich sein Sohn ihm anvertraut hatte. 

Nach Angaben des Kindes habe der Mann gesagt: „Komm, wir spielen Vater und Sohn.“ Dabei habe er die Hand des Jungen genommen, um ihn vom Gelände zu führen. Der Schüler habe sich losreißen können und sei zu den Erziehern geflüchtet, so der besorgte Vater. Die Polizei bestätigte, dass das Kind die Vorgehensweise genau so geschildert hatte.

Verdächtiger spricht Kind an – Erzieher gehen dazwischen

Es handelt sich dabei um keinen Einzelfall. Demnach sei am selben Tag mindestens noch ein weiteres Kind auf dem Schulgelände angesprochen worden. Erzieher hatten das auffällige Verhalten des Mannes rechtzeitig bemerkt, das Kind in Sicherheit gebracht und die Polizei alarmiert. Der Mann sei trotz des schnellen Eingreifens der Mitarbeiter entkommen. „Als Einsatzkräfte an der Schule eintrafen, war der Verdächtige bereits weg. Deshalb haben wir bisher keine Personalien von ihm“, erklärte die Polizeisprecherin. Eine genaue Täterbeschreibung gebe es bisher nicht. 

Eltern und Kinder fühlen sich nun nicht mehr sicher, da der Mann noch immer nicht identifiziert ist. Einer der Väter warnt in einer Nachricht, die der Berliner Zeitung vorliegt, alle Eltern: „Der Mann ist hier noch irgendwo in der Nähe. Passt auf!“ Schüler sollen den Schul- und Heimweg nicht mehr alleine antreten oder sich von ihren Eltern fahren lassen. Erzieher und Lehrer sind angehalten, auffällige Männer umgehend zu melden.

Die Polizei hat den Angaben zufolge die Präsenz in der Umgebung der Schule erhöht. Auch wenn bisher noch kein strafbares Verhalten erkennbar sei, werden die Vorfälle sehr ernst genommen, so die Sprecherin.