Andreas Kalbitz und Dennis Hohloch.
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PotsdamAuch wenn das Opfer selbst keine Anzeige erstattet hat, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen den Brandenburger Landtagsabgeordneten Andreas Kalbitz, der derzeit aus der AfD ausgeschlossen ist. Er hat am 10. August den amtierenden AfD-Fraktionsvorsitzenden Dennis Hohloch mit einem Schlag in die Seite so stark verletzt, dass dieser seither wegen eines Milzrisses in einem Berliner Krankenhaus behandelt wird. „Der Anfangsverdacht einer fahrlässigen Körperverletzung liegt vor, deshalb ermitteln wir nun“, sagte Markus Nolte, Sprecher der Ermittlungsbehörde. 

Ermittelt werde immer, wenn eine Anzeige vorliege, aber grundsätzlich auch in Fällen, bei denen die Staatsanwaltschaft bestimmte Fälle aus der Öffentlichkeit erfährt, zum Beispiel durch die Medien. „Wenn sich in Presseberichten ausreichende Anhaltspunkte zu einer potenziellen Straftat ergeben, müssen wir eine Ermittlung einleiten“, sagte Nolte. „Das wird im Juristendeutsch als Verfolgungszwang bezeichnet.“ Die Einleitung eines Verfahrens heißt aber noch nicht, dass ein strafbares Verhalten vorliege.

Im einem Büro der AfD-Landtagsfraktion soll Kalbitz Hohloch zur Begrüßung scherzhaft in die Seite geboxt haben. Der Schlag des Ex-Fallschirmjägers Kalbitz war so stark, dass Hohloch schon bald über Schmerzen in der Bauchgegend klagte, sich zum Arzt begab und nun wegen innerer Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt wird. „Natürlich bedauere ich dieses Missgeschick sehr und diese Verkettung unglücklicher Umstände“, sagte Kalbitz der Berliner Zeitung.