Holetschek: Quarantäne-Befreiung für Geboosterte denkbar

Müssten zu viele Menschen in Quarantäne, drohe die Infrastruktur zusammenzubrechen. Karl Lauterbach bestätigt, dass die Quarantänepflicht neu diskutiert wird.

Klaus Holetschek (CSU) ist Gesundheitsminister von Bayern.
Klaus Holetschek (CSU) ist Gesundheitsminister von Bayern.dpa/Tobias Hase

Berlin-Wegen der hoch ansteckenden Omikron-Variante hält der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) eine Befreiung von dreifach Geimpften von der Corona-Quarantäne für möglich. „Wenn sich viele Menschen anstecken und in Quarantäne müssen, besteht die Gefahr, dass wir Probleme bei der Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur bekommen“, erklärte Holetschek am Mittwoch gegenüber dem Nachrichtenportal Watson. Denkbar wäre deshalb „eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen“.

Befürchtet werden durch einen starken Anstieg der Infektionszahlen durch Omikron Personalengpässe etwa im Gesundheitswesen, bei Polizei und Feuerwehr oder in Teilen der Wirtschaft. Denn in Deutschland empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit bei einer Ansteckung mit der Omikron-Variante noch, dass sich Infizierte und ihre Kontaktpersonen für 14 Tage isolieren beziehungsweise in Quarantäne begeben sollen. Das schließt auch Geimpfte und Genesene ein.

Lauterbach bestätigt: Neue Überlegungen zur Quarantänedauer

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bestätigte am Mittwochabend in den ARD-Tagesthemen, dass es Überlegungen zur künftigen Quarantänedauer gebe. Aus der Ausbreitung der Omikron-Variante müssten Schlüsse gezogen werden, sagte er. Die Frage sei, „was bedeutet das zum Beispiel für die Quarantänedauer, was bedeutet das für Kontaktreduzierungen“.

Er wolle dies nun aber „sauber vorbereiten“, sagte Lauterbach. „Da ist ein Schnellschuss falsch.“ Der Minister verwies darauf, dass sich der Expertenrat der Bundesregierung mit der Situation befasse, ebenso das RKI. „Wir werden in der nächsten Woche sicherlich gute Vorschläge unterbreiten können, spätestens.“ Für den 7. Januar ist bereits ein erneutes Bund-Länder-Treffen zur Lage angesetzt.

Einige Länder haben bereits die Quarantäne-Zeiten wegen der Omikron-Variante reduziert. In den USA wurde sie für symptomfrei Infizierte von zehn auf fünf Tage verringert. Spanien kündigte am Mittwoch eine Verkürzung von zehn auf sieben Tage an.