BerlinDie bereits mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck hat in einem erneuten Prozess wegen Volksverhetzung die Vorwürfe zurückgewiesen. Die 92-Jährige erklärte zu Beginn der Verhandlung vor dem Berliner Landgericht, sie verstehe die „ganze Veranstaltung nicht“. Was ihr vorgeworfen werde, sei „aus dem Zusammenhang gerissen, andere Sachen sind falsch“.

Die Staatsanwaltschaft legt der Frau zur Last, im März 2018 im Rahmen eines im Internet veröffentlichten Interviews den Holocaust geleugnet zu haben. Der Verteidiger scheiterte vor Verlesung der Anklage mit mehreren Anträgen auf Aussetzung des Verfahrens. Als Grund hatte er unter anderem eine Schwerhörigkeit seiner Mandantin angeführt. Auf Veranlassung des Richters erhielt Haverbeck Kopfhörer, um der Gerichtsverhandlung folgen zu können.

Die aus Nordrhein-Westfalen stammende Haverbeck war erst vor einigen Tagen aus einem Gefängnis in Bielefeld entlassen worden. Sie hatte dort seit Mai 2018 eine Strafe von insgesamt zweieinhalb Jahren Haft verbüßt. 2004 wurde die Frau erstmals wegen Volksverhetzung verurteilt und erhielt eine Geldstrafe. Zuletzt ergingen Haftstrafen ohne Bewährung. Haverbeck behauptete mehrfach, das Konzentrationslager Auschwitz sei kein Vernichtungslager gewesen.