Homöopathie: Lauterbach will Finanzierung durch Krankenkassen kippen

Viele gesetzliche Krankenkassen finanzieren  homöopathische Mittel. Für Lauterbach haben sie in einer wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik jedoch „keinen Platz“.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit.
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit.dpa/Bernd von Jutrczenka

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Finanzierung von homöopathischen Mitteln durch die gesetzlichen Krankenkassen in Frage gestellt. Im Spiegel-Podcast Stimmenfang sagte er: „Obwohl die Homöopathie vom Ausgabenvolumen nicht bedeutsam ist, hat sie in einer wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik keinen Platz“. Lauterbach fügt an: „Deshalb werden wir prüfen, ob die Homöopathie als Satzungsleistung gestrichen werden kann.“

Viele Krankenkassen bieten sogenannte Satzungsleistungen neben den gesetzlichen Leistungen an. Dazu gehören auch homöopathische Behandlungsmittel. Für ihren gesundheitlichen Nutzen gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Belege, abgesehen vom Placebo-Effekt. 

Bereits in der Vergangenheit: Lauterbach skeptisch gegenüber Homöopathie

Ganz überraschend kommt der Vorstoß nicht. Lauterbach hatte als Bundestagsabgeordneter bereits in der Vergangenheit immer wieder gegen Homöopathie geschossen. Seitdem er das Amt des Bundesgesundheitsministers trägt, hatte er sich zu dem Thema bislang bedeckt gehalten.

Homöopathische Arzneimittel sollen den Körper dazu bringen, sich selbst zu heilen. Basis sind pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen. Die stark verdünnten Wirkstoffe werden meist als Tropfen, Tabletten oder Kügelchen (Globuli) verabreicht. (mit dpa)