Eine Tafel mit der Aufschrift „Mit Abstand der schönste Urlaub“ ist vor einem Lokal in St. Wolfgang am Wolfgangsee zu sehen.
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WienAm frühen Dienstagmorgen waren den österreichischen Behörden 62 Infizierte im Corona-Hotspot St. Wolfgang bekannt. Nur bei 38 von insgesamt 1183 durchgeführten Tests waren die Ergebnisse noch ausständig, teilte der Krisenstab des Landes Oberösterreich mit. Als Ausgangspunkt für die Infektionen gelten nach offiziellen Angaben mittlerweile die Partys junger Saisonmitarbeiter auch nach der offiziellen Sperrstunde um ein Uhr morgens. „Es gibt von unserer Seite keine Vorwürfe. Als junger Mensch geht man nicht um ein Uhr ins Bett“, sagte Tourismus-Chef Hans Wieser.

Die Betreiberin des im Ort bekannten Weissen Rössls, Gudrun Peter, sagte der Kronenzeitung zudem: „Fast alle Praktikanten, die positiv getestet wurden, sind gar nicht mehr in St. Wolfgang, sondern daheim in ihren Heimatorten, daher geht von ihnen bei uns kein Risiko mehr aus.“ Dennoch würde „diese Situation für viele Unternehmen in St. Wolfgang den Todesstoß“ bedeuten. Die Hauptsaison sei „für uns gelaufen.“

Groll gegen die jungen Menschen, die die neue Infektionswelle mit ihren Verstößen gegen die Sperrstunde und den Partys vermutlich ausgelöst haben, hegt die Wirtin nach Angaben der Kronenzeitung aber nicht. „Ich kann es den jungen Menschen nicht übel nehmen, dass sie in der Freizeit feiern wollen und es sich nicht verbieten lassen“, wird Gudrun Peter von der Zeitung zitiert.

Carmen Breitwieser vom Krisenstab des Landes Oberösterreich sagte der Kronenzeitung in diesem Zusammenhang: „Vermutlich ist St. Wolfgang der am besten getestete Ort Österreichs, und die meisten infizierten Personen sind nicht mehr da.“ So seien allein von den 14 betroffenen Niederösterreichern sieben nach Hause gereist, sechs seien in St. Wolfgang in Quarantäne geblieben.