BerlinBezieher der ab Januar geltenden Grundrente müssen noch bis Mitte kommenden Jahres auf ihr Geld warten. Dann werde die Grundrente aber rückwirkend zum 1. Januar gewährt, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ vom Dienstag. „Rentnerinnen und Rentner, denen die Grundrente zusteht, werden ihre Ansprüche also in voller Höhe bekommen.“

Die Einführung der Grundrente sei „ein sozialpolitischer Meilenstein und eine Frage der Leistungsgerechtigkeit“, sagte Heil weiter. Menschen, die lange gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hätten, müssen im Alter eine bessere Rente bekommen. „Davon profitieren 1,3 Millionen Menschen, vor allem Frauen, die immer gearbeitet haben, aber viel zu niedrige Löhne hatten“, sagte der Minister den Funke-Zeitungen.

Das Gesetz zur Grundrente sei so gestaltet, dass kein Rentner sich „mit Anträgen herumschlagen oder Behörden kontaktieren“ müsse. „Alles wird ganz automatisch erfolgen“, sagte Heil.

Das Gesetz zur Grundrente tritt zwar am 1. Januar in Kraft. Wegen des hohen Verwaltungsaufwandes insbesondere bei der Einkommensprüfung verzögert sich die Auszahlung. Auch die Corona-Krise spielte dabei eine Rolle.

Voraussetzung für einen Anspruch auf Grundrente sind mindestens 33 Jahre Pflichtbeitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung. Zudem findet eine Einkommensprüfung statt. Die Grundrente soll schätzungsweise 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro im Jahr kosten und über Steuern finanziert werden.