Berlin - Aktivisten haben pünktlich zur Eröffnung des Humboldt-Forums wieder dessen Abriss gefordert. Sie wollen an derselben Stelle den Palast der Republik, das Prunkstück aus DDR-Zeiten, wieder errichten. Dort, wo früher der Palast stand, steht nämlich jetzt das neue Stadtschloss, in dem sich das Humboldt-Forum befindet. Ob die Aktion satirisch gemeint ist, ist nicht ganz klar. Die Aktivisten sagen, sie meinen es ernst. 

Ganz nach dem Vorbild des Fördervereins Berliner Schloss hat sich ein Förderverein Palast der Republik gegründet. „Unser Ziel ist der Wiederaufbau des Palastes der Republik im Zustand von 2005“, sagt der Vereinsgründer Clemens Schöll der Berliner Zeitung. „Wir wollen alle vier Fassaden originalgetreu wiederherstellen.“ Der DDR-Bau war zwischen 2006 und 2008 abgerissen worden.

Benjamin Pritzkuleit
Ortrun Bargholz und Clemens Schöll vom Förderverein Palast der Republik. Sie wollen das Stadtschloss bald abreißen.

Auf ihrer Homepage palast.jetzt klingt ihr Vorhaben recht präzise und ernsthaft. Die Aktivisten haben dafür einen 5-Punkte-Plan aufgestellt. Sie wollen am Dienstag um 14 Uhr ein Bronze-Modell des alten Palastes vor dem Stadtschloss aufstellen. Weiterhin wollen sie mit Fassaden-Simulationen am Stadtschloss an den alten DDR-Palast der Republik erinnern.

Ab 2030 soll die erste Musterfassade errichtet werden. Ab 2050 ist der Abriss des neuen Humboldt-Forums, das für fast 700 Millionen erbaut wurde, geplant. Danach wollen sich die Palast-Fans mit dem Neubau beschäftigen.