Berlin - Hunderte Mitarbeiter des Mercedes-Benz-Werks in Berlin haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. „Wir wollen eine gelingende Transformation des Werkes mit zukunftsfähigen Produkten, zum Beispiel in der E-Mobilität“, teilte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, mit. Zu der Kundgebung in Marienfelde kam auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert. Nach der Kundgebung war am Mittag eine Video-Betriebsversammlung mit der Werksleitung geplant, um über die Zukunft des Standorts zu sprechen.

Weil Daimler, so wie andere Hersteller auch, stärker in alternative Antriebe investiert, steht dem Betriebsrat zufolge rund die Hälfte der Arbeitsplätze im Berliner Werk auf dem Spiel. Der 1902 gegründete Standort Marienfelde ist das älteste noch produzierende Werk des Daimler-Konzerns. Dort arbeiten 2500 Beschäftigte. Sie bauen Komponenten zur Motorsteuerung, außerdem Getriebeteile und -komponenten, Kraftstoffsysteme, Nockenwellen, Pumpen sowie Dieselmotoren.

Der Daimler-Konzern räumte auf Anfrage ein, dass es Stellenstreichungen geben soll. Derzeit liefen Gespräche mit dem Betriebsrat, zu denen man sich grundsätzlich nicht äußere, teilte eine Sprecherin mit. „Allerdings wird der Anteil der Investitionen in CO2-neutrale Technologien und Digitalisierung steigen.“ Dazu würden Mitarbeiter umgeschult und weiterqualifiziert. „Die Transformation wird künftig aber auch mit weniger Beschäftigungsumfängen einhergehen“, hieß es.