Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwochabend gegen ein geplantes Ein- und Ausreisezentrum für Migranten am Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld demonstriert. Mit Bannern und Lautsprecherwagen sei der Zug vom S-Bahnhof am alten Flughafen Schönefeld, dem heutigen Terminal 5, über die Bundesstraße B96a in Richtung Altstadt gezogen, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Protest sei friedlich mit rund 350 Teilnehmenden verlaufen. Die Protestierenden hätten sich schließlich vor dem Rathaus Schönefeld für eine Abschlusskundgebung versammelt. Am Abend löste sich der Protest nach und nach auf.

Am Flughafen BER soll bis 2025 ein von Bundes- und Landesbehörden gemeinsam genutztes Einreise- und Ausreisezentrum entstehen. Mit dem gemeinsam genutzten Zentrum soll die Aufnahme und Ausreise von Drittstaatsangehörigen am internationalen Flughafen effizienter gestaltet und beschleunigt werden, teilte das Bundesinnenministerium im September vergangenen Jahres mit.

Unter anderem sollen dort Flughafenasylverfahren sowie die Erstregistrierung von Asylsuchenden durchgeführt werden. Zudem sei geplant, eine Erstanlaufstation im Rahmen humanitärer Aufnahmen oder des Familiennachzugs einzurichten, hieß es damals. Allerdings soll in dem Zentrum auch der Ausreisegewahrsam vollzogen werden. Für die Durchführung von Rückführungen erhält die Bundespolizei ein eigenes Terminal.