BerlinEtwa 300 Menschen sind an diesem Sonntagnachmittag auf dem Wildenbruchplatz in Neukölln gegen die Immobilienfirma Heimstaden Bostad auf die Straße gegangen. Das Unternehmen ist kurz davor, 130 Häusern mit 3902 Wohnungen in ganz Berlin zu erwerben – davon auch viele in Neukölln. Mieter fürchten sich vor Mietsteigerungen oder einer Umwandlungen der Miet- in Eigentumswohnungen.

Der Kauf ist fast perfekt, nur der Bezirk könnte ihn noch verhindern, wenn er von seinem Vorkaufsrecht gebraucht macht. Und genau das wollen die Demonstranten an diesem Sonntag erzwingen. So eine Vorkaufsrechtprüfung sei immer aufwendig, so Neuköllns Stadtrat Jochen Biedermann (Grüne) auf der Kundgebung. Es brauche einen neuen Käufer und eine Abfindungsvereinbarung mit Heimstaden Bostad.

Bezirk will Häuser zurückkaufen

Mit Blick auf die Immobilienfirma sagte er: „Nach einem bisherigen Verlauf der Gespräche kann ich sagen: Ich bin richtig sauer, dass hier jemand herkommt und glaubt, er kann hier mehrere Tausend Wohnungen kaufen, ohne sich an unsere Regeln zu halten, ohne sich an die Abwendungsvereinbarung zu halten. Wer in unserer Stadt Wohnungen kauft, der tut es entweder zu unseren Regeln oder er tut es nicht.“

Biedermann machte zusammen mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) deutlich, dass er alles daran setzen werde, die Häuser und auch „unsere Stadt“ zurückzukaufen. Konkrete Zusagen gab es aber noch nicht.