Niedersachsen/Brandenburg - Mit ihrem Protest in der vergangenen Woche konnten sie bereits Lidl umstimmen. Am Montagabend haben die Bauern jetzt die Aktion beim Konkurrenten Aldi wiederholt – ebenfalls mit Erfolg. Insbesondere Landwirte aus Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz blockierten bis zum nächsten Morgen mit ihren Traktoren die Zentrallager von Aldi.

In Niedersachsen meldete die Polizei an mindestens acht Standorten über das Bundesland verteilt Blockadeaktionen mit teils bis zu 200 Treckern. Auch im brandenburgischen Wittstock/Dosse hatten mehrere Dutzend Bauern mit Traktoren die Zufahrten versperrt. Das führte dazu, dass auslieferungsbereite Lastwagen mit frischer Ware nicht abfahren konnten.

Hintergrund des bundesweiten Protestes ist die Forderung der Bauern nach höheren Preisen für Milch und Fleisch. „Durch Corona sind die Absatzmärkte völlig zusammengebrochen. Die Bauern stehen tatsächlich mit dem Rücken zur Wand“, sagte Landwirt Hans Heinrich Grünhagen dem RBB. Die Bauern fordern von Aldi einen fairen Umgang mit ihrer Ware. Wichtig sei für sie, dass jetzt zügig Hilfen auf den Not leidenden Höfen ankommen, sagte der Sprecher von „Land schafft Verbindung“ dem NDR.

Am Freitag finden erste Gespräche zwischen Aldi und Bauern statt

Am Dienstag lenkte Aldi dann ein und sagte Gespräche am Freitag zu. Als die Landwirte das am Vormittag auch schriftlich vorliegen hatten, gaben sie die Zufahrtswege zu den Lagern wieder frei. Unter anderem sei für Freitag ein Austausch mit Vertretern von „Land schafft Verbindung“, Handelsunternehmen und dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels angesetzt. Auf die Frage, ob es dabei tatsächlich um höhere Preise gehe, sagte eine Aldi-Sprecherin dem NDR, dass man den Gesprächen nicht vorgreifen wolle. 

Ideen haben die Bauern einige: Von einem Preis-Aufschlag für landwirtschaftliche Produkte ist die Rede, der ohne Abzüge auf den Höfen landen soll, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete.