Berlin - In der Diskussion um die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen verschärft sich der Ton. Auf dem Portal change.org wurde jetzt eine Petition gestartet, die sich gegen eine mögliche Impflicht für Kinder richtet. Adressaten der Petition sind Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sowie die Gesundheitsminister der einzelnen Bundesländer. In kürzester Zeit haben bereits über 300.000 Menschen (Stand Mittwoch 12 Uhr) unterschrieben. 

Update: Am Donnerstag 20 Uhr hatten bereits 491.000 Personen unterschrieben.

Weil von Teilen der Politik und der Wissenschaft die Befürchtung geäußert wird, dass „Kinder die Treiber der SARS-CoV-2-Pandemie sind und Schulen besondere Verbreitungsherde darstellen“, werde nun „eine Corona-Impfung für Kinder ins Gespräch gebracht“.  Und in diesem Zusammenhang „darauf gedrängt entsprechende Impfstoffe herzustellen und rasch zuzulassen“. Aufgrund fehlender Langzeitstudien, so die Initiatoren, stelle eine Impfung einen „unverhältnismäßigen und risikoreichen Eingriff in die Gesundheit, Rechte und Würde unserer Kinder dar.“

Ärzte gegen Impfungen als Bedingung für den Schul- und Kitabesuch

Der Verband der Kinder- und Jugendärzte im Saarland hat in diesem Zusammenhang aktuell davor gewarnt, einen Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche sofort nach dessen Zulassung in der Breite einzusetzen. Vielmehr müsse man zunächst die Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) abwarten. Das sei „unabdingbar“.

Es sei derzeit „zu früh, die Sicherheit des Impfstoffs in dieser Altersgruppe anhand einer einzigen Studie abschließend zu beurteilen“, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in einer offiziellen Stellungnahme. Zudem sprechen sich die Ärzte ausdrücklich dagegen aus, Impfungen zur Bedingung für den Schul- und Kitabesuch zu machen.

Initiatoren der Petition warnen vor weiterer Spaltung der Gesellschaft

Das sehen auch die Initiatoren der Petition so. Hier heißt es: „Wie bei der gegenwärtigen über Nacht eingeführten Testpflicht für Schulkinder besteht die Gefahr, dass in Zukunft die Inanspruchnahme des Rechts auf Bildung und an sozialer Teilhabe an das Vorhandensein einer Corona-Impfung geknüpft wird und es somit zu einer (zumindest indirekten) Impfpflicht und weiteren Spaltung der Gesellschaft kommt.“

Im aktuellen Beschlussprotokoll des 124. Deutschen Ärztetages steht, dass eine „gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe“ nur Familien „mit geimpften Kindern“ zurückerlangen würden. Zugleich wurde die Bundesregierung von den Ärzten aufgefordert, „unverzüglich“ eine Covid-19-Impfstrategie für Kinder und Jugendliche zu entwickeln.