Berlin - Auf einer privaten Silvesterparty im Osten Berlins sind zwölf Menschen bei der Explosion von illegalem Feuerwerk verletzt worden. Sie mussten zur Behandlung in Kliniken gebracht werden, wie die Feuerwehr am Neujahrsmorgen mitteilte. Zum Teil waren die Verletzungen schwer: Einem Opfermusste  die Mittelhand abgenommen werden. Ein weiteres Opfer verlor zwei Zehen. 

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass bei der Feier im Ortsteil Friedrichshagen illegale Pyrotechnik gezündet wurde. Anders seien die Anzahl und die Schwere der Verletzungen nicht zu erklären. Der jüngste Verletzte ist laut Feuerwehr ein elfjähriger Junge, die anderen Verletzten seien Jugendliche und Erwachsene. Inzwischen ermittelt der polizeiliche Staatsschutz wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Die Kripo ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Feuerwehr war gegen 0.10 Uhr alarmiert worden und nach eigenen Angaben mit 40 Einsatzkräften vor Ort. 20 Partygäste der Feier auf einem Firmengelände in der Stillerzeile seien von einem Notarzt untersucht worden.

Wegen der Pandemie galten am Silvesterabend Vorsichtsmaßnahmen. Private Feiern waren nur im kleinen Rahmen erlaubt. In Berlin durfte an etlichen Stellen der Stadt nicht geböllert werden. An rund 50 Orten galt ein Versammlungs-und-Feuerwerks-Verbot, dazu gehörten etwa der Potsdamer Platz, das Kottbusser Tor und der Breitscheidplatz. 

Böller und Raketen durften bundesweit nicht verkauft werden. Damit sollte verhindert werden, dass die Krankenhäuser weiter belastet werden. Mit dem Start ins neue Jahr wurden aber auch in diesem Jahr im Berliner Unfallkrankenhaus die ersten Menschen eingeliefert, die sich mit Feuerwerk verletzt hatten. Nach Einschätzung einer Sprecherin könnten sich auch am Neujahrsmorgen noch neue Patienten melden – manche merkten erst am nächsten Tag, wie schwer sie sich eigentlich verletzt hätten.

Viele wollten am Brandenburger Tor feiern

Die Polizei hatte am Freitagabend bei Twitter dazu aufgerufen, Unter den Linden den nötigen Mindestabstand einzuhalten. Wie vermutet hätten viele der dort Anwesenden den Jahreswechsel am Brandenburger Tor feiern wollen, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Einsatzkräfte hätten die Menschen dann aufgefordert, das Gebiet zu verlassen, sagte Cablitz. Seinen Angaben zufolge löste sich die Menschenmenge nach und nach auf. Die Polizei hatte noch vor Mitternacht bei Twitter darauf hingewiesen, dass es diesmal kein Höhenfeuerwerk geben werde. Auch der U-Bahnhof dort war zwischenzeitlich geschlossen worden. Die Straße Unter den Linden, in der sich die Menschen um Mitternacht versammelt hatten, war nach Angaben des Polizeisprechers keine Verbotszone. Es seien aber zunehmend keine Abstände eingehalten worden, sagte Cablitz.

Am Brandenburger Tor hatte in der Vergangenheit oft eine große Party mit Hunderttausenden Menschen stattgefunden. Diesmal sendete das ZDF von dort aber eine reine Fernsehshow – ohne Publikum.

Polizei überprüft Hunderte Jugendliche: Schreckschusswaffen beschlagnahmt

Die Polizei war mit rund 1600 zusätzlichen Kräften unterwegs, insgesamt sollten es damit rund 2500 Kräfte sein. Die Feuerwehr wollte mit rund 1400 Kräften im Einsatz sein. Auch für die Stadtreinigung bedeutet Silvester normalerweise viel Arbeit – angesichts von Böllerverboten an vielen Orten rechnet das Unternehmen aber auch in diesem Jahr mit deutlich weniger Silvestermüll. Die Polizei hatte am Abend bei Twitter berichtet, sie überprüfe mehrere Personengruppen in der City-West und der City-Ost. Darunter auch ein paar Hundert Jugendliche, „die gemeinsam eine nicht existente Party besuchen wollten“. „Wir ganz philosophisch: Was nicht ist, kann auch nicht besucht werden. #welcome2022.“ In der Stadt hätten einige auch ihre Schreckschusswaffen abgeben müssen.