Berlin - Die Vorstellung einer neuen Modekollektion im Berliner Club Berghain und eine anschließende Aftershowparty in einem Hotel haben viel Kritik bei den Veranstaltern ausgelöst. Dem italienischen Modelabel Bottega Veneta wird vorgeworfen, mitten im Lockdown die Corona-Regeln ignoriert zu haben. Für die Präsentation der neuen Kollektion hatte sich das Unternehmen für Freitag sogar internationale Gäste einfliegen lassen – darunter die Rapper Slowthai und Skepta aus Großbritannien.

Während die Fashionshow im Berghain mit Genehmigung und Hygienekonzept stattgefunden habe, soll es nach Informationen der Berliner Zeitung eine illegale Party im Soho House gegeben haben. In Zeiten, in denen nach 21 Uhr keine Besucher zu Hause mehr empfangen werden dürfen, ein Verstoß gegen die geltende Infektionsschutzverordnung. Als Gäste mehrere Fotos in den sozialen Netzwerken veröffentlichten, löste dies einen Shitstorm aus. Rapper Burna Boy postete ein Video, wie er am DJ-Pult die Menge anheizte. So sollen Musiker und Gäste einfach die Quarantänepflicht missachtet haben, empörten sich einige Leute in den Kommentaren. Als es immer mehr Kritik hagelte, wurden das Video und die Bilder gelöscht.

Auch am Montag beschäftigt der Fall die Berliner Polizei. „Wir haben das Video und Fotos gesichert. Die Beweismittel werden nun gesichtet und überprüft. Falls sich daraus Verstöße ableiten lassen, gehen wir der Sache natürlich nach“, sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Zeitung. 

Anrufer meldet Ruhestörung – Frau an der Rezeption klärt das Problem 

Denn bisher gab es nach Angaben der Polizei keinen Grund, aktiv zu werden. Demnach hatte sich in der Nacht zu Sonnabend um 2.45 Uhr ein Anrufer bei der Polizei über Lärm im Soho House beschwert. Daraufhin hatte die Polizei mit einer Mitarbeiterin an der Rezeption telefoniert, um sie über die Ruhestörung zu informieren. Die Angestellte habe sich dann der Sache angenommen, woraufhin es auch keine weiteren Beschwerden mehr gab, so die Sprecherin. „Da es dann ruhig blieb, sind wir in der Nacht auch nicht mehr tätig geworden.“

Die veröffentlichten Bilder sorgten im Internet dennoch für Entrüstung: „Was ich am meisten daran hasse, ist, dass Leute so dreist sind, so eine Party zu schmeißen für ein paar Auserwählte, während alle anderen warten, bis die Clubs wieder öffnen und irgendwie versuchen, mit der Pandemie klarzukommen“, hieß es etwa auf im Account berlinclubmemes auf Instagram.