BerlinBund und Länder hatten bei ihrem Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch eine dringende Empfehlung an alle ausgesprochen, auf Silvester-Feuerwerk in diesem Jahr zu verzichten, wollen Verbote aber nur für einzelne Straßen und Plätze verhängen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in der Feuerwerks-Debatte einen Böller-Verkaufsstopp gefordert – und immer mehr Geschäfte nehmen die Silvester-Knaller aus dem Sortiment.

Baumärkte, Dm und Tedi verzichten auf Böller-Verkauf

Dazu zählen viele Baumarktketten wie Hornbach, Bauhaus, die Raiffeisen Waren GmbH, ZG Raiffeisen eG, tedox, Stabilo Werkzeugfachmarkt, Landfuxx, Agavis und aber auch die Drogerie Dm und die Handelsketten K+K Klaas & Kock und Tedi.

Feuerwerk auch in Filialen von Rewe und Edeka tabu

Weitere sechs Baumärkte und Handelsketten wollen entweder in einzelnen Filialen oder erst ab dem kommenden Jahreswechsel auf Feuerwerksverkauf verzichten, darunter Filialen von Rewe, Edeka, Tegut sowie Obi, NBB Bau- und Heimwerkermärkte und Hagebau, wie die Deutsche Umwelthilfe weiter mitteilte. Die Discounter Lidl und Aldi dagegen wollen weiterhin Böller verkaufen.

Hintergrund ist vor allem, dass Kliniken und medizinisches Personal durch die Pandemie an der Belastungsgrenze arbeiten. Durch jährlich Tausende teils Schwerverletzte durch Pyrotechnik an Silvester droht eine Überlastung.

64 Prozent der Bundesbürger, mehrere Ärzteverbände, vor allem Berufsverbände der Unfallchirurgen und viele andere politische und gesellschaftliche Akteure haben sich deshalb bereits der DUH-Forderung nach einem umfassenden Böllerverbot angeschlossen.

Bund und Länder haben es jedoch nicht gewagt, ein bundesweites Verbot zu beschließen, wie es die Niederlande getan haben. In der Folge müssen sich nun 11.092 Städte und Gemeinden einzeln mit der Frage der Festlegung der Verbotszonen beschäftigen.