Gegner der Corona-Impfung argumentieren gern damit, dass eine Infektion das Immunsystem trainiere. Der Berliner Virologe Christian Drosten reagiert nun auf Twitter auf solche Aussagen: „Wer glaubt, durch eine Infektion sein Immunsystem zu trainieren, muss konsequenterweise auch glauben, durch ein Steak seine Verdauung zu trainieren“, schreibt er. 

Einige Twitter-Nutzer sind verwundert über diese Aussage. Drosten sei vor wenigen Monaten noch anderer Meinung gewesen, heißt es in einigen Kommentaren. Tatsächlich hatte der Charité-Virologe im September im NDR-Podcast gesagt: „Mein Ziel – sagen wir mal: als Virologe Drosten –, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impfimmunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus meine erste Allgemeininfektion und die zweite und auch die dritte haben“. Drosten wies damals auch darauf hin, als vergleichsweise gesunder Erwachsener könne er diesen Weg für sich verantworten. „Es gibt andere Bevölkerungsgruppen, die können das natürlich nicht.“

In einem Kommentar zu seinem Tweet stellt Drosten nun klar: „Im Ernst: Immunreaktion vs. ‚starkes Immunsystem‘ ist wie Lernen vs. Intelligenz. Ich kann ein Gedicht auswendig lernen, bin dadurch aber nicht intelligenter geworden. Ich kann eine Infektion überstehen, habe dadurch aber nicht ‚mein Immunsystem gestärkt‘.“

Soll heißen: Die Immunreaktion des Körpers, also die Antwort des Immunsystems auf Antigene, kann unterschiedlich gut ausfallen und sich verändern. Das Immunsystem bleibt aber gleich.