FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich bereut, dass er sich nicht früher hat impfen lassen. Das will er jetzt nachholen. Für sein Umdenken im Hinblick auf die Corona-Impfung wird er jetzt von Gesundheitsexperten und dem neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gelobt. Bei Twitter schrieb Lauterbach am Sonntag: „Die Entscheidung für die Impfung von Joshua Kimmich verdient Respekt.“ Zugleich verteidigt Lauterbach Kimmich gegen den Vorwurf, ein Schwurbler oder gar Verschwörungstheoretiker zu sein. Lauterbach: „Er war nie ein Querdenker und hat nur zu lange gezögert. So geht es leider vielen, auf den Intensivstationen bereuen viele ihr Zögern“. Und weiter: „Die Zögernden müssen wir gezielter ansprechen“.

Die neue Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) äußerte sich am Sonntag ebenfalls zum Fall Joshua Kimmich und wies auf dessen Vorbildfunktion hin. Stark-Watzinger: „Als Fußballprofi und Nationalspieler ist er für viele Menschen Vorbild. Mehr Impfungen sind der Weg aus der Pandemie“. Der zwischenzeitlich an Corona erkrankte Fußballspieler Kimmich sagte in einem ZDF-Interview: „Natürlich, rückblickend gesehen, würde ich gerne die Entscheidung des Impfens früher treffen.“ Er habe zuvor lange Zeit sowohl bei Corona als auch beim Impfen Risiken gesehen. Und weiter: „Vielleicht musste ich auch erst das durchleben, was ich jetzt durchlebt habe.“ Er gelte in ein paar Tagen als genesen. Wenn es „dann empfohlen wird und der Zeitpunkt da ist, werde ich mich impfen lassen.“

„We Kick Corona“-Initiative spendet über sechs Millionen Euro

Kimmich sagte weiter, dass er sich seiner „Vorbildfunktion“ bewusst sei. „Ich bin Nationalspieler, ich bin Spieler vom FC Bayern München, und trotzdem bin ich irgendwo auch nur ein Mensch, der eben auch Ängste und Bedenken hat.“ In jedem Fall gebe es „viele gute Gründe, sich impfen zu lassen“, sagte Kimmich.

Bereits im Frühling 2020 wurde in dem Strategiepapier mit dem Namen „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ auf die mögliche Bedeutung von Joshua Kimmich im Kampf gegen Corona hingewiesen. Das Papier ist auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums verfügbar. Darin heißt es: Beim „Abfedern der sozialen Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen, des Schutzes von Risikogruppen und der Quarantäne“ könnten „zivilgesellschaftliche Einrichtungen“ helfen, „ebenso Prominente (zum Beispiel ‚We Kick Corona‘-Initiative von Joshua Kimmich und Leon Goretzka, #wirbleibenzuhause)“. Die Initiative von Kimmich hat nach eigenen Angaben bereits über sechs Millionen Euro „an karitative Vereine und soziale Einrichtungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen“ gespendet. Darunter sind nach Angaben der Initiative Tafeln, Krankenhäuser, lokale Obdachlosenhilfen oder Blutspendedienste.