Athen - Beschäftigte im Gesundheitssektor in Griechenland müssen sich ab Mittwoch gegen das Coronavirus impfen lassen. Rund 10.000 Angestellten, die noch nicht geimpft sind, droht deshalb nun die Entlassung, wie der Verband der Beschäftigten in öffentlichen Krankenhäusern mitteilte. Das sind rund zehn Prozent des gesamten Gesundheitspersonal des Landes. Die Wirtschaftszeitung Naftemporiki schätzte, dass alleine den Rettungsdiensten 1245 Mitarbeiter verloren gehen könnten.

„Wir drängen das Gesundheitspersonal dazu, sich impfen zu lassen“, sagte Verbandschef Dimitris Kourouvalakis der Nachrichtenagentur AFP. „Aber wir sind gegen die Impfpflicht, die ein Demokratie-Problem aufwirft.“ Der Verband kündigte Streiks an, sollte es tatsächlich zu Entlassungen kommen. Am Mittwochmorgen gab es bereits vor mehreren Krankenhäusern Proteste gegen die Impfpflicht.

Fast alle Corona-Kranken, die derzeit in griechischen Krankenhaus künstlich beatmet werden müssen, sind nicht geimpft. Von den 10,7 Millionen Einwohnern Griechenlands sind bislang 5,7 Millionen vollständig geimpft. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal Mitte Juli angekündigt, nun trat sie in Kraft.