Potsdam - Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat sich für den holprigen Start der Corona-Impfungen entschuldigt. „Am 4. Januar ist die Hotline an den Start gegangen. Da haben am ersten Tag 200.000 Menschen angerufen. Unter dieser Last ist die Hotline zusammengebrochen“, sagte sie der Zeitung Der Prignitzer und den Potsdamer Neuesten Nachrichten (Sonnabend).

„Dass so viele alte Menschen tagelang, von morgens bis abends, am Telefon sich die Finger wund gewählt haben, tut mir aufrichtig leid. Einen schlimmeren Start hätte man kaum hinlegen können.“ Nun bekämen alle über 80-Jährigen schrittweise einen Brief mit Sonderrufnummer, es gebe Online-Buchungen und die Kommunen würden stärker eingebunden.

Erstimpfungen: Kein Land hat so wenig geimpft wie Brandenburg

Die Beratungsfirma Kienbaum steuerte die Impfungen für das Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung im Januar und Februar. Nonnemacher verteidigte den Einsatz, der nach Ministeriumsangaben rund 468.000 Euro netto kostete. „Externe Unterstützung der öffentlichen Verwaltung ist eine angebrachte Maßnahme bei einer solchen Herkulesaufgabe“, sagte sie in den Interviews.

Brandenburg lag zuletzt beim Anteil der Erstimpfungen an der Bevölkerung im Ländervergleich auf dem letzten Platz. Daraufhin kam Kritik von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke am Ministerium. Die Regierung will die Impfungen nun beschleunigen. Die Zahl der Impfdosen soll von zuletzt rund 65.000 auf mehr als 80.000 in der nächsten Woche steigen. Die Impfzentren haben auch sonnabends geöffnet.