Trotz einer Anweisung des Bundestages gibt das Divi bislang keine neuen Daten über den Impfstatus von Intensivpatienten bekannt. Entsprechende Zahlen sind dem Divi zwar bekannt. Allerdings wolle man konkrete Ergebnisse erst Mitte Januar vorlegen. Dann erst sei die „die Datenbasis gefestigt“. Das berichtet die Welt am Sonntag. Eine Sprecherin sagte dem Bericht zufolge: „Wir haben bei jeder neuen Abfrage die Zahlen immer erst mindestens einen Monat lang beobachtet.“ Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, geht das nicht schnell genug.

Er fordert in der WamS eine sofortige Veröffentlichung der entsprechenden Daten. „Gerade um das Vertrauen in Politik, Impfstoffe und die Pandemiebekämpfung nicht weiter zu beschädigen“, sagt Bartsch, dürfe „nicht der Eindruck entstehen, vorliegende Daten würden zurückgehalten. Wenn die Datenbasis solide vorliegt, müssen die Zahlen umgehend öffentlich ausgewiesen werden.“

Die Ampel-Koalition hatte einen Ausbau des Intensivregisters beschlossen. Es wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) erstellt. Hier werden die tagesaktuellen Zahlen positiv getesteter Intensivpatienten erfasst. Auch die Kapazität der deutschen Intensivstationen ist hier einsehbar. Bereits am 12. November hatte der Bundestag die Betreiber angewiesen, auch den Impfstatus der Intensivpatienten zu erfassen. Deutschlands Kliniken müssen den Impfstatus ihrer Intensivpatienten seit dem 14. Dezember entsprechend melden.

Das bestätigt auch das Divi. Hier heißt es:„ Die Daten zum Impfstatus werden seit Dienstag, den 14. Dezember, im Intensivregister erfasst.“ Die Abfrage sei jedoch „aufgrund der zu berücksichtigen Definitionen je Impfstatus komplex.“ Es müsse „wie bei jeder vorherigen Datenerfassung“ eine „Anfangsphase berücksichtigt werden, bis der neue Meldeprozess auf allen Stationen in Eindeutigkeit und Routine übergegangen ist und damit eine gute Datenbasis in Größe wie auch Qualität zur Auswertung vorliegt.“ Man werde die Ergebnisse zwar „alsbald möglich veröffentlichen, jedoch nicht vor Januar“.

Nicht nur Linke-Politiker Bartsch fordert in Zusammenhang mit Corona und der Pandemie „maximale Transparenz und Stringenz“. Auch Wolfgang Kubicki, Vizechef der FDP, ist unzufrieden. Der WamS sagte Kubicki: „Dass wir nach der Einsetzung der Verordnung noch einmal zwei Monate auf die angeforderten Zahlen warten müssen, kann niemandem wirklich gefallen.“