Potsdam - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat vor wohlfeiler Kritik an der Impfstoff-Bestellung von EU und Bundesregierung gewarnt. „Besserwisserei hilft uns heute gar nichts. Wer aus der Vergangenheit schlaue Ratschläge gibt, macht es sich zu einfach“, sagte der Sozialdemokrat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wichtig seien nun Plausibilität und Verlässlichkeit. „Da ist insbesondere Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert. Alles andere schafft Verunsicherung. Und das braucht niemand.“

Unter anderem in der SPD, aber auch bei Linken und FDP war Kritik geäußert worden, dass die EU und die Bundesregierung auf die falschen Impfstoffe gesetzt und zu wenig bestellt hätten und dass bei den Impfungen Chaos herrsche. Spahn hatte sich verteidigt mit dem Hinweis, dass es zu Impfbeginn zwar wenig Impfstoff gebe, er die Liefermengen aber genau so angekündigt habe, wie sie nun auch kämen.

Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte es als „praktisch unmöglich“ bezeichnet, die Impfstoff-Bestellung im Nachhinein zu bewerten, weil zum Zeitpunkt der Bestellungen noch gar nicht klar gewesen sei, welcher Hersteller einen funktionierenden Impfstoff bereitstellen könne.