Berlin - Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer verliert alle zwei Monate sechs Prozent seiner Wirksamkeit. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die die Hersteller an die US-Arzneimittelbehörde FDA geschickt haben. Über die neue Zahlen berichtete zuerst die Financial Times.

Von 96,2 Prozent Wirksamkeit eine Woche nach der vollständigen Impfung sinkt diese demnach zwei Monate später auf 90,1 Prozent. Weitere zwei Monate später beträgt die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs dann noch 83,7 Prozent. Die Abnahme sei ein natürlicher Vorgang und habe nichts mit den kursierenden Corona-Varianten zu tun, heißt es in dem Bericht der Financial Times. Biontech verwies demnach auf Daten aus Israel, die ebenfalls eine Abnahme der Wirkung erkennen ließen. Die beiden Hersteller plädieren demnach für eine Auffrischimpfung. Eine dritte Dosis hebe die Schutzwirkung wieder auf 95 Prozent an, heißt es dazu. Neben Biontech hatte auch das Pharmaunternehmen Moderna mitgeteilt, dass die Wirksamkeit seines mRNA-Impfstoffs mit der Zeit nachlasse.

Berliner, die über 80 Jahre alt sind, bekommen schon die Drittimpfung

Dem Zeitungsbericht zufolge haben Biontech/Pfizer bei der Arzneimittelbehörde FDA um die Zulassung der Drittimpfung ab sechs Monaten nach der zweiten Dosis gebeten. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem hatte die FDA bereits eine Zulassung der Drittimpfung erteilt. Auch die europäische Arzneimittelbehörde EMA beschäftigt sich weiterhin mit diesem Thema.

Sowohl in Deutschland als auch in den USA wird die Notwendigkeit der Drittimpfung gegen Corona weiterhin kontrovers diskutiert. In Berlin bekommen Menschen, die über 80 Jahre alt sind, schon ein Angebot für die dritte Impfung. Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte zuletzt dafür plädiert, dass Menschen mit gesundem Immunsystem nach jetzigem Stand keine Auffrischimpfung bräuchten.