Dresden/Stuttgart - Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen gelten von diesem Montag an unter anderem in Sachsen und Schleswig-Holstein strengere Regeln zur Bekämpfung der Pandemie. Das besonders betroffene Sachsen schränkt weite Teile des öffentlichen Lebens ein. Außer Bibliotheken schließen alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs und Diskotheken. Keine Einschränkung gibt es für Geschäfte der Grundversorgung.

Zudem gelten in sächsischen Corona-Hotspots zusätzliche Ausgangsbeschränkungen für ungeimpfte Menschen. Diese dürfen, sobald im jeweiligen Landkreis die Wocheninzidenz über 1000 liegt, zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür gehen.

In Baden-Württemberg dürfen nicht Geimpfte von Montag an im Schwarzwald-Baar-Kreis, im Ostalbkreis und im Landkreis Biberach zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. In Schleswig-Holstein greift eine neue Landesverordnung: Bei Freizeitveranstaltungen gilt drinnen 2G, also Zugang nur für Geimpfte und Genesene.

In drei Landkreisen in Baden-Württemberg gilt die Ausgangssperre

Nach der lauten Kritik an Bestellobergrenzen beim Corona-Impfstoff von Biontech tritt am Vormittag (10 Uhr) der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin vor die Presse. Thema der kurzfristig angekündigten Pressekonferenz ist das Impfen mit Moderna und Biontech. Auch bei der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) soll am Montag über die Bestellgrenzen gesprochen werden, wie der bayerische Gesundheitsminister und GMK-Vorsitzende Klaus Holetschek (CSU) angekündigt hatte.

Arztpraxen sollen nach dem Plan des Bundesgesundheitsministeriums zunächst nur noch maximal 30 Dosen Biontech pro Woche bestellen können und unbegrenzt Moderna, damit die davon eingelagerten Dosen nicht verfallen. Spahn hatte zudem gesagt, die Nachfrage nach Biontech sei zuletzt so stark gestiegen, dass sich das Lager sehr schnell leere. Das Ministerium verweist darauf, dass beide Impfstoffe gleichwertig seien und genug von allem vorhanden sei. Von Ländern und Ärztevertretern kommt dennoch heftige Kritik, weil Verunsicherung bei Patienten und deutlicher Mehraufwand in Praxen befürchtet wird – und damit ein Knick bei den Booster-Impfungen.