Neu-Dehli - Indien hat der Corona-Tablette von Merck (Molnupiravir) sowie den Impfstoffen Covovax und Corbevax eine Notzulassung erteilt. Das Medikament sowie die Impfstoffe sollen in Indien hergestellt werden, wie Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya am Dienstag auf Twitter mitteilte. Corbevax ist Medienberichten zufolge ein von dem US-Kinderarzt Professor Peter Hotez und der Uni-Professorin Dr. Maria Elena Bottazzi entwickeltes Selfmade-Vakzin. 

Es wurde im Gegensatz zu den meisten anderen Impfstoffen nicht von einem Pharmakonzern auf den Markt gebracht. Der nun in Indien zugelassene Impfstoff gilt als besonders effizient und kostengünstig. Er könnte daher womöglich die Impfkampagne in Schwellen- und Entwicklungsländern vorantreiben. Entwickler Hotez beschreibt die Bedeutung der weltweit ersten Zulassung des Vakzins als „ersten Schritt, die Welt zu impfen und die Pandemie zu stoppen“.

Dem Texas Children’s Hospital zufolge soll Corbevax zu mehr als 90 Prozent gegen die Alpha-Variante und zu mehr als 80 Prozent gegen die Delta-Variante wirken. Über seine Effektivität gegen Omikron ist nichts bekannt. Laut einem Tweet Hotez’ ist nun das Unternehmen Biological E. Limited für die Massenproduktion des Impfstoffs verantwortlich. 150 Millionen Dosen sollen bereits verfügbar sein. In Deutschland sorgte immer wieder der Selfmade-Impfstoff des Lübecker Unternehmers Winfried Stöcker für Aufsehen, für den allerdings keine Zulassung erteilt worden ist.

Bislang sind in Indien unter anderem der lokal hergestellte Astrazeneca-Impfstoff Covishield, sowie Covaxin, Sputnik V, Moderna und Johnson & Johnson zugelassen. Das Land ist als Apotheke der Welt bekannt und stellt generell einen Großteil der Impfstoffe weltweit her – besonders für ärmere Länder. Indien hat erst kürzlich Grünes Licht für Booster-Shots für ältere Menschen sowie Impfungen für Kinder gegeben. Die Corona-Zahlen im Land sind nach wie vor niedrig. Viele Menschen haben wegen der durchgemachten Krankheit oder der Impfung eine gewisse Immunität. (mit dpa)